Rent a Poet

 
 

Presseartikel

 

Gruselspaß mit pädagogischem WertWaltrop, 2. November 2006

Klabauterjagd zu Halloween im Schiffshebewerk soll Gemeinschaftssinn fördern und Mut machen.
Es war nur ein bisschen zum Fürchten. Zwanzig Kinder beteiligen sich an der Premiere. Diplom als Belohnung
WAZ Thomas Schild
Von Wolfgang Vanscheidt

Schummrig ist's und schaurig ihr Spiel: Bei flackerndem Kerzenlicht sitzen 20 Kinder um die zehn und schwören sich auf eine gefährliche Klabauterjagd ein. Sie geben sich furchterregende Namen und lauschen gebannt einer Schauergeschichte, die ihnen Käpt'n Einauge zu den schaurigen Klängen aus Käpt'n Klabauters Gitarre erzählt.

Unbekannt

Passend zu Halloween entführen Chris Boge, Hörfunk-Journalist und Kinderbuchautor aus Köln, und der Raesfelder Kommunikationswissenschaftler Ralf Paprotta die Kids in der Kulisse des Schiffshebewerks in die Welt der Geister und Gespenster. Aber nicht, um Ihnen mit einem Kürbismassaker Angst zu machen - obwohl es in der Auftakt-Geschichte um den geklauten Kürbiskopf einer Vogelscheuche geht, den ein verkleideter Zuhörer zerhacken würde, wenn die Person, die sich hinter ihm verbirgt, nicht so lieb wäre - sondern im Gegenteil. „Uns geht es darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Vertrauen wächst“, sagt Chris Boge zum pädagogischen Ansatz: Verlässlichkeit und Gemeinschaftssinn fördern, Mut machen.

Vor diesem Hintergrund hat er mit seinem Partner in Zusammenarbeit mit Museumsleiter Herbert Niewerth eine Rahmenhandlung entwickelt, die zu Ort und Zeit passen: Mit selbstgebastelten Klabauterrasseln verfolgen die Kinder einen Schiffsgeist, der sie mit Geheimbotschaften in Form von Flaschenpost verhöhnt. Doch nachdem sie einen magischen Kreis gebildet haben, auf den sich einer auf den anderen verlassen können muss und die Energie der Gemeinschaft spürt, gelangen die jungen Klabauterjäger in den Besitz der vom Bösewicht gestohlenen Schatztruhe. Und zur Belohnung für Mut und Tapferkeit gibt's das Klabauter-Gespensterjäger-Diplom.

Ob sich die neunjährige Janika gefürchtet hat? „Nur ein kleines bisschen“, flüstert sie durch ihre Katzenmaske. Und die elfjährige Jasmin, Waltrops schönster Vampir, sagt: „Gruselig war's schon, aber es hat auch Spaß gemacht.“

Kein Wunder, schließlich haben die Kreativpädagogen Boge und Paprotta schon Gespenster aus dem Schloss Raesfeld vertrieben. Und von „Herr-der-Ringe“ mit älteren Jugendlichen gibts sogar einen Live-Mitschnitt als Hörspiel. „Wir bauen unsere Konzepte auf der Basis von Literatur, die dem Anlass gerecht wird“, sagt Chris Boge. „So haben wir zum Schillerjahr Schulen zu Schreibwerkstätten gemacht.“

Und zu Halloween eben aus dem Hebewerk eine kindgerechte Geisterkulisse.


Ritter von Raesfeld

„Rent a poet“: Unter diesem Stichwort betreiben Chris Boge (32) und Ralf Paprotta (42) seit drei Jahren Leseförderung und führen Veranstaltungen wie die Klabauterjagd im Hebewerk durch. Schulen und Kultureinrichtungen können sie buchen. Die kreativen „Ritter von Raesfeld“ bieten aber auch individuelle Vortragskonzepte zu festlichen Anlässen wie beispielsweise Geburtstagen, Jubiläen oder Hochzeiten an und produzieren auf Wunsch bleibende Erinnerungen in Form einer CD-ROM.

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