Rent a Poet

 
 

Presseartikel

 

Getrockneter NilschlammRaesfeld, 18. Juli 2005

Mehr als 30 Kinder ließen sich auf Schloss Raesfeld zum Ritter ausbilden
Sadowski

„Ritter Glücklich“ sieht gerade ein bisschen genervt aus: Die Farbe auf seinem Wappen verschmiert immer wieder. „Dann musst du das mal trocknen lassen, bevor du weiter machst“, gibt ihm Ralf Paprotta den entscheidenden Tipp. Über 30 Kinder lernten am Freitag und Samstag alles, was man wissen muss, um ein waschechter Ritter zu werden. Bei der Ritter-Werkstatt, die von Ralf Paprotta („Ritter Ralf von Raesfeld“) und Chris Boge („Ritter Chris von Colonia“) angeboten wurde, musste jeder der kleinen Nachwuchs-Ritter im Alter von acht bis zwölf Jahren erst einmal einen ehrwürdigen und Furchteinflößenden Namen wählen, etwa „Der mutige Jan“ oder „Jakob der Schnelle“.

Wappen ist wichtig

Ganz wichtig für einen Ritter ist natürlich auch das Wappen, an dem seine Freunde und Feinde ihn erkennen können. Auf Papier wurde von den Kindern ein solches Wappen vorgezeichnet, dann auf Sperrholz übertragen, ausgeschnitten und bunt bemalt. Beim Schneiden mussten Paprotta und Boge den Kindern zwar öfter mal zur Hand gehen, ermutigten sie aber auch, sich gegenseitig zu helfen. Unterbrochen wurden die aktiven Phasen von Führungen durch das Schloss, dem Lösen von „Geräusche-Rätseln“ oder dem Vorlesen von Ritter-Geschichten etwa von Cornelia Funke. Dabei gab es natürlich einiges zu lernen, denn was alles zu einer Ritterrüstung gehört, wurde beispielsweise am Ende der Ausbildung zum Ritter von den beiden Leitern abgefragt. Letztlich bekamen aber alle Kinder den verdienten Lohn ihrer Arbeit: Sie wurden alle feierlich zum Ritter geschlagen. Darunter leider nur vier „Ritterinnen“. Einer der Höhepunkte der Werkstatt war natürlich das zünftige Ritter-Essen, bei dem es ausgesuchte Spezialitäten aus dem Mittelalter gab: Etwa „Lindwurmblut“ (Früchte-Tee), „Ohrläppchen vom Riesenwarzenschwein“ (Wurst) oder „Getrocknete Tränen von Jungfrauen“ (Käse). Doch am meisten - wie sollte es auch anders sein - mundete den Kindern natürlich der „Getrocknete Nilschlamm“. Der wird heutzutage allerdings unter dem Titel „Nutella“ verkauft. • ber


Paprotta und Boge bieten derartige Werkstätten auch für andere Thematiken an: Etwa als Krimi- oder Grusel-Variante. Weitere Informationen dazu gibt es unter rittervonraesfeld@web.de

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